Cashback-Systeme bedrohen das klassische Affiliate Marketing

Durch Affiliates kann ein Online-Shop eine deutlich höhere Sichtbarkeit im Internet erreichen und viele Kunden werden erst durch eine Affiliate-Website auf einen Shop aufmerksam. Im Gegenzug nutzen Affiliates die Reichweite ihre Webseiten um damit Geld zu verdienen.

Im klassischen Affiliate Marketing werden Vermittlungsprovisionen an Webseitenbetreiber bezahlt, über deren Webseite ein Verkauf oder eine Anmeldung zum Newsletter generiert wurde. Häufig wird dabei nach dem Prinzip “last Cookie wins” (nur) der letzte Kontakt vergütet. Klickt ein Kunde auf unterschiedlichen Seiten auf Werbebanner oder Textlinks von einem Online-Shop, so erhält im klassischen Affiliate-Marketing der letzte Webseitenbetreiber im Falle einer Bestellung im Online-Shop vom Verkäufer eine Vergütung.

Cashback Systeme im Affiliate-Bereich untergraben ein Stück weit diese Marketing-Spielart.  Zwar sind die meisten Cashback Webseiten, wie z.B. qipu.de oder moreback.de ebenfalls als Affiliate angemeldet, allerdings ist die Herangehensweise eine andere: Potentielle Kunden wissen durch Recherche auf anderen Websites, Preisvergleichen oder anderen Affiliate-Seiten, bei welchem Shop sie ihr gewünschtes Produkt kaufen wollen.  Bevor sie allerdings den finalen Schritt machen, schauen sie bei den Cashback-Systemen, ob der Shop dort gelistet ist. Ist dies der Fall, bekommt der Kunde bei einem Einkauf einen Teil der Vermittlungsprovision durch die Cashback-Seite ausgezahlt. Die Cashback-Seite gibt also einen Teil, manchmal auch die vollständige Provision weiter an den Kunden, der über die Cashback-Seite eingekauft hat.

Der Shop verzeichnet einen Sale, der Kunde freut sich über den ausgezahlten Betrag und die Cashback-Seite erzielt Income durch einen kleinen Teil der Provision, der nicht als Cashback ausgezahlt wird. Auf den ersten Blick ergibt sich für alle Beteiligten eine Win-Win Situation. Erst auf den zweiten Blick wird das Dilemma deutlich. Die klassischen Affiliates werden feststellen, dass die platzierten Banner und Links keine Erlöse mehr bringen und werden diese gegen andere Affiliate oder Google Adsense Werbemittel austauschen, um mit ihrer Website weiterhin Geld zu verdienen. Die Sichtbarkeit des Online-Shops geht zurück und der potentielle Kunde weiß gar nicht, dass es das gewünschte Produkt dort zu kaufen gibt. Er besucht somit den Online Shop gar nicht erst, sondern kauft woanders.

Der Online Shop steht nun vor einer schwierigen Wahl: Auf der einen Seite verzeichnen Cashback-Systeme eine steigende Beliebtheit bei den Kunden. Eventuell dienen sie für einige User zukünftig als Ausgangspunkt für einen geplanten Online-Einkauf und sorgen so für Umsätze im eigenen Online-Shop. Auf der anderen Seite besteht die Gefahr, bisher erfolgreiche Affiliates zu verlieren und somit auf Sichtbarkeit und auf zukünftig Einnahmen zu verzichten.

Wir gehen davon aus, dass derzeit ein Großteil der User noch keine Cashback-Systeme nutzt. Der Teil der User, die sich vor jedem Einkauf bei den Cashback-Systemen informieren, werden sicherlich auch dann einkaufen, wenn sie kein Cashback zu erwarten haben. Aktuell würden wir dazu tendieren, die Richtlinien des eigenen Affiliateprogramms anzupassen und Cashback-Affiliates nicht zuzulassen.